Der letzte Gang

Der letzte Gang
Bin ich dereinst gebrechlich und schwach,
und quälende Pein hält dich und mich wach,
was du dann tun musst, tue es allein,
die letzte Schlacht wird verloren sein.
Dass du sehr traurig bist, versteh ich wohl,
doch deine Hand vor Kummer nicht zögern soll.
An diesem Tag – mehr als jemals geschehen -
muss deine Freundschaft das Schwerste bestehen!
Wir lebten in Jahren voller Glück,
du hast Furcht vor dem „Muss“, doch es gibt kein zurück!
Du möchtest doch nicht, dass ich leide dabei,
darum gib, wenn die Zeit kommt, bitte mich frei!
Begleite mich dahin, wohin ich gehen muss,
nur bleibe bei mir bis zum Schluss!
Und halte mich fest und red’ mir gut zu,
bis meine Augen kommen zur Ruh’.
Mit der Zeit – ich bin mir sicher – wirst du es wissen,
es war deine Liebe, die du mir erwiesen,
vertrautes wedeln ein letztes Mal,
du hast mich befreit von Schmerz und Qual!
Und gräm dich nicht, wenn du es dann bist,
der Herr dieser Entscheidung ist.
Mein Freund für immer, ich vergesse dich nimmer.
Wir waren beide so innig vereint,
es soll nicht sein, dass du um mich weinst.

(Verfasser unbekannt)

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